Mietenplenum Bern

Das Mietenplenum Bern ist ein offenes Kollektiv, das sich gegen die Wohnungskrise in der Stadt Bern engagiert. Inspiriert durch die grosse Schwester in Zürich setzten wir uns in Bern ein für bezahlbaren Wohnraum und gegen die Verdrängung von Mieter*innen ein.

Die Mietpreise in Bern sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Besonders bei Neuvermietungen verlangen Eigentümer*innen oft deutlich höhere Mieten. Dies führt zu einer Spirale steigender Mieten im gesamten Quartier. Gleichzeitig geht günstiger Wohnraum durch Sanierungen, Renovationen und Abriss(-Neubauten) verloren, während im unteren Preissegment kaum neu gebaut wird. 

Die steigenden Mieten fallen angesichts der Teuerung und der stagnierenden bis sinkenden Löhne extrem ins Gewicht. Die Konsequenz: Mieter*innen sind gezwungen, aus der Stadt in die Agglomeration oder aufs Land zu ziehen, sich mit kleineren Wohnungen zu begnügen oder in anderen Lebensbereichen zu sparen.

Das Mietenplenum Bern setzt sich aktiv für bezahlbaren Wohnraum ein:

  • Wir dokumentieren, recherchieren und machen die problematischen Entwicklungen auf dem Berner Wohnungsmarkt sichtbar.
  • Wir organisieren stadtweit und in einzelnen Quartieren und Siedlungen Widerstand gegen Verdrängung und überhöhte Mieten.
  • Wir vernetzen betroffene Mieter:innen und Aktivist:innen und engagieren uns für eine stadtweite und stadtübergreifende Mietenbewegung. 
  • Wir entwickeln politische Lösungsansätze für eine andere, gerechte Wohnungspolitik.

Gemeinsam kämpfen wir für das Recht auf bezahlbares Wohnen in Bern. Werde auch du aktiv – organisiere dich mit uns im Mietenplenum Bern!

Nächstes Mietenplenum

Das nächste Mietenplenum findet am

20. Mai 2026, 19.00 Uhr

Dieses Mal im de_Block:

an der Waldmannstrasse 17

!! Das Mietenplenum ist offen für alle !!

Kontakt

Schreib uns eine Mail an bern@mietenplenum.ch.

​Auf dem Signal-Kanal teilen wir alle wichtigen Infos: 

Brief an die Allianz

Brief an die Allianz Suisse Immobilien AG vom, 27. Januar 2026

Die Antwort von der Allianz Suisse Immobilien, resp. von ihrer Spokesperson:

Sehr geehrte Damen und Herren
Vielen Dank für die Zustellung Ihres Schreibens. Wir bestätigen, dass wir dessen Inhalt zur Kenntnis genommen haben.
Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis, dass wir uns zu diesem Thema nicht weiter äussern werden.
Freundliche Grüsse
Nadine Schumann
Senior Spokesperson

Allianz kündigt 142 Mietparteien

Die Allianz Suisse kündigt an der Effinger-/Schwarztorstrasse 142 Mietparteien. Wir wehren uns gegen solche rücksichtslosen Leer- und Massenkündigungen!

Artikel im Bund vom 12.01.2026
Loryplatz Bern: Allianz kündigt 142 Wohnungen
Leerkündigungen Bern: Politik reagiert auf 142 Kündigungen

Austausch & Punsch

an der Effinger-/Schwartzorstrasse – 17. Dezember 2025, 17.30 Uhr

Kino mit dem Mietenplenum Bern

Gegen Verdrängung, für eine Stadt für alle!

Text zum 8. März 2025

Günstiger Wohnraum in der Stadt ist knapp
Preisgünstiger Wohnraum in Bern ist knapp und wird durch Sanierungen, Renovationen oder Abrisse und Ersatzneubauten laufend zerstört. Der Bau von neuem, preisgünstigem Wohnraum kann mit dieser Zerstörung/Entwicklung nicht mithalten – sofern er überhaupt erfolgt und nicht nur in Aussicht gestellt wird. Die Konsequenzen sind steigende Mieten und Verdrängung. Die Leerwohnungsziffer in Bern liegt bei lediglich 0,44 % (Zürich 0,56%, Schweiz 1,08%, 06.2024). Damit herrscht offiziell Wohnungsnot. Gleichzeitig zeigt die letzte Mietpreiserhebung, dass die Mieten in Bern in den letzten 20 Jahren um insgesamt 28% gestiegen sind (2023). Wohnraum ist heute in Bern also sowohl knapp als auch teuer. 20% der im Rahmen der Bevölkerungsbefragung der Stadt Bern (2023) befragten Personen bezeichnen den Wohnungsmarkt als eines der größten Probleme in der Stadt – eine Zahl, die über die letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Während für marginalisierte Personen dieser Druck schon immer akut spürbar war, scheint er nun auch in der breiteren Bevölkerung wahrgenommen zu werden. Für viele wird es zunehmend schwierig, in Bern bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Konsequenzen: Die Mieter*innen müssen wegziehen – meistens aus der Stadt in die Agglomeration oder aufs Land, sich kleinere Wohnungen suchen und/oder in anderen Lebensbereichen sparen. 

Verdrängung trifft nicht alle gleich – Wohnraum als feministische Frage
Der Bericht finanzielle Lage der Haushalte in der Stadt Bern (2025) zeigt, was schon längst bekannt ist: Frauen sind häufiger von Armut betroffen. Alleinerziehende Mütter tragen das höchste Armutsrisiko – für migrantische, alleinerziehende Mütter verdoppelt sich der Wert nochmals. Fest steht: (Mehrfach-)Diskriminierungen erschweren den Zugang zu sicherem und bezahlbarem Wohnraum. Warum? Weil sich mehrfachdiskriminierte Menschen häufig in prekären Lebenssituationen wiederfinden bzw. strukturelle Benachteiligungen sie in die Prekarität verdrängen.
Der Kampf für bezahlbaren und zugänglichen Wohnraum ist ein sozialer, aber auch ein feministischer. Wenn FINTA-Personen aus dem urbanen Raum verdrängt werden, wird nicht nur ihre Lebensqualität, sondern auch ihre Teilhabe am öffentlichen Leben eingeschränkt. Wenn jene Personen, die die un(ter)bezahlte Care-Arbeit in Städten leisten und diese zu lebenswerten Orten machen, aus ebendiesen Städten verdrängt werden, ist das ein Schande. Wenn – wie an der Bahnstrasse in Bern, in einer Liegenschaft der stätischen Pensionskasse – eine Sorgegemeinschaft von vier über 70-jährige Frauen wegen einer Totalsanierung zersprengt wird, ist dies unfassbar. Wenn die Renten der Privilegierten mit den Mieten von allen finanziert werden, ist das eine Umverteilung von unten nach oben und wohl auch von FLINTA zu Cis-Männern.
Die Wohnungskrise macht die Machtverhältnisse sicht- und fühlbar, die unsere Städte und Gesellschaft prägen. Boden und Wohnraum sind zu Spekulationsobjekten geworden – mit gravierenden Folgen für die Bewohner*innen, die durch steigende Mietpreise und Gentrifizierung aus ihren angestammten Quartieren verdrängt werden. Davon profitieren tun vor allem profitorientierte, institutionelle Investor*innen, denen in vielen Städten, auch in Bern, große Teile des Wohnraums gehören. 

Der Kampf für bezahlbaren Wohnraum feministisch kämpfen!
Es ist an der Zeit, den Wohnungsmarkt nicht länger als ein Feld der Spekulation und Ausbeutung zu akzeptieren, sondern ihn als einen Ort der Gerechtigkeit und Solidarität zu gestalten. Verdrängung muss ein Ende haben, und dafür müssen wir uns zusammenschliessen und uns rund ums Thema Wohnen organisieren. Ein feministischer Kampf um Wohnraum ist auch ein Kampf für das Recht auf Stadt für alle. 

«Vielleicht wissen wir nicht, wie eine sichere [eine gerechte oder feministische] Stadt aussieht, aber wir wissen, dass sie keine privaten Sicherheitsvorkehrungen beinhalten wird. Sie wird sich nicht auf die Polizei verlassen, um Verbrechen vorzubeugen oder auf angemessene Weise aufzuklären. Sie wird Sexarbeiter*innen, People of Color, junge Menschen oder Immigrant*innen nicht den Wölfen zum Frass vorwerfen, um den Anschein von Sicherheit zu erwecken. Sie wird sich nicht nur um die Bedürfnisse und Wünsche von privilegierten weissen Frauen kümmern. Und sie wird nicht erwarten, dass physische Veränderungen die patriarchale Dominanz zunichtemachen.» 

Leslie Kern, feminist city